JP Heater Diesel Combi: Heizung und Warmwasser im Camper
Meine Erfahrungen mit der Diesel-Kombi im Fiat Ducato
Warum ich mich für eine Diesel-Kombi entschieden habe
Spätestens wenn man mit dem Camper nicht nur im Sommer unterwegs ist, merkt man, wie wichtig eine vernünftige Heizung wird. Ein kalter Abend nach einer Wanderung oder ein verregneter Morgen macht deutlich, dass ein bisschen Wärme im Fahrzeug einen ziemlich großen Unterschied macht.
Für mich war aber nicht nur die Heizung interessant. Wenn ich meinen Camper schon mit einer festen Heizungsanlage ausstatte, wollte ich möglichst auch das Thema Warmwasser damit lösen.
Genau deshalb habe ich mich für die JP Heater Diesel Combi entschieden. Sie kombiniert eine Dieselheizung mit einem integrierten Warmwasserboiler und passt damit ziemlich gut zu meinem Ausbaukonzept.
Inzwischen habe ich einige Erfahrungen mit der Anlage gesammelt und möchte Dir hier zeigen, warum ich mich damals dafür entschieden habe, wie die Heizung im Alltag funktioniert und was ich im Nachhinein anders machen würde.
Warum Diesel und nicht Gas?
Bei der Planung meines Ausbaus wollte ich den Gasverbrauch möglichst gering halten. Gas benötige ich im Camper vor allem zum Kochen und wollte nicht zusätzlich noch Heizung und Warmwasser darüber betreiben.
Diesel war für mich deshalb naheliegend. Mein Ducato fährt ohnehin mit Diesel und der Kraftstoff ist unterwegs praktisch überall verfügbar. Ein zusätzlicher Gastank oder größere Gasflaschen für die Heizung waren für mich damit keine Notwendigkeit.
Noch interessanter wird das Ganze durch die Kombination aus Heizung und Warmwasser. Statt zwei getrennte Systeme unterbringen zu müssen, übernimmt eine Anlage beide Aufgaben.
Gerade beim Selbstausbau spielt der vorhandene Platz schließlich eine wichtige Rolle.
Die JP Heater Combi vereint Heizung und Warmwasser
Das Grundprinzip der JP Heater Diesel Combi ist schnell erklärt: Die Anlage erzeugt über einen dieselbetriebenen Heizkessel Wärme. Diese wird einerseits zur Beheizung des Innenraums genutzt und andererseits zur Erwärmung des Wassers im integrierten Boiler.
Bei meinem System ist ein 10-Liter-Warmwasserboiler integriert.
Damit habe ich eine Anlage, die zwei für mich wichtige Aufgaben übernimmt: Sie sorgt für warme Luft im Camper und stellt gleichzeitig warmes Wasser zur Verfügung.
Das finde ich gerade im Alltag sehr angenehm. Nach einem kalten Tag draußen möchte man schließlich nicht erst überlegen, wie man den Boiler jetzt noch irgendwie warm bekommt.
Wärme im Camper
Die Heizleistung der JP Heater Combi liegt bei bis zu 4 kW. Für meinen Ducato-Ausbau ist das mehr als ausreichend, um den Innenraum auch bei niedrigen Temperaturen schnell auf eine angenehme Temperatur zu bringen.
Dabei muss die Heizung natürlich nicht ständig mit voller Leistung laufen. Je nach Temperatur und Wärmebedarf wird die Leistung entsprechend angepasst.
Gerade in der Übergangszeit finde ich das angenehm. Es muss nicht gleich Hochsommer im Camper sein. Oft reicht es, morgens oder abends für eine gewisse Zeit etwas Wärme in den Innenraum zu bringen.
Und genau da spielt für mich auch die Möglichkeit der Steuerung eine wichtige Rolle.
Steuerung per App
Die JP Heater lässt sich nicht nur über das Bedienpanel steuern. Je nach Ausstattung beziehungsweise Version steht auch eine Smartphone-Steuerung zur Verfügung.
Das ist für mich tatsächlich mehr als nur eine Spielerei.
Wenn ich morgens weiß, dass es draußen kalt ist, kann ich die Heizung entsprechend vorbereiten. Und wenn ich abends nach einer Wanderung zum Camper zurückkomme, muss ich nicht erst minutenlang in einer kalten Blechkiste sitzen, bis es langsam warm wird.
Die Möglichkeit, Temperatur und Betriebszeiten über die Steuerung festzulegen, macht die Nutzung im Alltag deutlich angenehmer.
Und dann ist da noch das Warmwasser
Für mich war das Warmwasser fast genauso wichtig wie die Heizung.
Mit dem integrierten 10-Liter-Boiler lässt sich das Wasser über die Wärme der Dieselheizung erwärmen. Dadurch muss nicht für jede Dusche oder zum Händewaschen ein separates Heizsystem betrieben werden.
Das klingt zunächst nach einem kleinen Komfortgewinn. Im Alltag merkt man aber ziemlich schnell, wie angenehm warmes Wasser im Camper ist.
Hände waschen, kurz duschen oder morgens einen Kaffee beziehungsweise das Geschirr spülen – all diese Dinge werden deutlich angenehmer, wenn man nicht jedes Mal mit kaltem Wasser hantieren muss.
Für mich gehört warmes Wasser deshalb inzwischen genauso zum Camper wie eine vernünftige Heizung.
Wie hoch ist der Verbrauch?
Ein großer Vorteil der Dieselheizung ist für mich der vergleichsweise geringe Kraftstoffverbrauch.
Je nach Betriebszustand und Heizleistung liegt der Verbrauch der JP Heater Combi laut Herstellerangaben ungefähr im Bereich von 0,2 bis 0,4 Litern Diesel pro Stunde.
Der tatsächliche Verbrauch hängt natürlich davon ab, wie stark die Heizung arbeiten muss. Bei einem gut isolierten Camper und moderaten Außentemperaturen läuft die Anlage entsprechend weniger beziehungsweise nicht dauerhaft mit voller Leistung.
Auch der Stromverbrauch hält sich im normalen Heizbetrieb in Grenzen. Die Anlage benötigt 12 Volt für Steuerung, Lüfter und Umwälzpumpe. Das ist für meine LiFePO4-Versorgung im Camper gut machbar.
Integration in mein elektrisches System
Die JP Heater ist bei mir Teil des gesamten Energiesystems im Camper.
Meine Stromversorgung basiert unter anderem auf einer LiTime 300 Ah LiFePO4-Batterie und einer Solaranlage mit 400 Watt. Dadurch kann ich die elektrische Seite der Heizung problemlos mitversorgen.
Für mich ist dabei die Kombination entscheidend: Die eigentliche Heizenergie kommt aus dem Diesel und nicht aus meiner Aufbaubatterie.
Das macht gerade bei kalten Temperaturen einen großen Unterschied. Die Batterie muss nicht zusätzlich große Mengen Energie für eine elektrische Heizung bereitstellen.
Den elektrischen Heizstab des Boilers kann man – je nach Ausführung – ebenfalls nutzen. Für diesen Betriebsfall muss allerdings entsprechend Leistung zur Verfügung stehen. Bei meinem Ausbau kann das beispielsweise über Landstrom oder einen ausreichend dimensionierten Wechselrichter erfolgen.
Im normalen Heizbetrieb ist das für mich aber nicht der entscheidende Punkt, weil die Warmwasserbereitung über die Dieselheizung erfolgen kann.
Wie schläft es sich mit einer Dieselheizung?
Das ist wahrscheinlich eine der Fragen, die mich vor dem Einbau selbst am meisten interessiert hätte.
Die Heizung selbst arbeitet für mein Empfinden angenehm ruhig. Allerdings hatte ich zunächst ein anderes Problem: die Dieselpumpe.
Das typische Ticken der Dosierpumpe war nachts deutlich hörbar. Während man tagsüber davon kaum Notiz nimmt, sieht die Sache mitten in der Nacht ganz anders aus.
Und genau deshalb habe ich die Pumpe später ausgetauscht.
Die Silent-Pumpe hat einen deutlichen Unterschied gemacht
Nach einigen Nächten mit der ursprünglichen Pumpe war für mich klar, dass ich etwas ändern möchte. Das regelmäßige Ticken hat mich nachts tatsächlich gestört und teilweise sogar aufgeweckt.
Ich habe deshalb die originale Dieselpumpe gegen eine Silent-Version von JP Heater getauscht.
Der Unterschied war für mich enorm.
Die neue Pumpe arbeitet deutlich leiser und ist im normalen Betrieb kaum noch wahrnehmbar. Gerade im Schlafbereich hat das die Nutzung der Heizung für mich deutlich angenehmer gemacht.
Wenn Du eine solche Anlage selbst einbauen möchtest, würde ich deshalb bereits bei der Planung darauf achten, wo die Dieselpumpe sitzt und wie sie vom Innenraum entkoppelt werden kann.
Denn nicht unbedingt die Heizung selbst ist das lauteste Bauteil – manchmal ist es die kleine Pumpe, die man nachts plötzlich sehr deutlich wahrnimmt.
Der Einbau – etwas für den Selbstausbau?
Der Einbau einer Diesel-Kombi ist definitiv etwas anderes, als einfach eine kleine Standheizung unter den Sitz zu schrauben.
Es müssen mehrere Systeme sauber miteinander verbunden werden:
- Dieselversorgung
- Abgasführung
- Verbrennungsluft
- Warmluftverteilung
- Frischwasserkreislauf
- 12-Volt-Versorgung
- gegebenenfalls 230-Volt-Anschluss für den elektrischen Heizstab
Besonders wichtig sind dabei die Diesel- und Abgasleitungen. Die Abgase müssen sicher nach außen geführt werden und dürfen natürlich unter keinen Umständen in den Innenraum gelangen.
Auch bei der Wasserinstallation sollte sorgfältig gearbeitet werden. Eine undichte Verbindung ist im Camper schnell deutlich unangenehmer als zu Hause.
Wenn Du Dir bei einzelnen Bereichen unsicher bist, würde ich deshalb nicht am falschen Ende sparen und zumindest die entsprechenden Arbeiten von einem Fachbetrieb prüfen oder durchführen lassen.
Wo ich die Anlage eingebaut habe
Bei einem Selbstausbau ist die Frage nach dem Einbauort immer ein kleines Puzzle.
Die Combi-Einheit benötigt Platz und muss gleichzeitig so montiert werden, dass die Leitungen sinnvoll geführt werden können. Auch Wartung und Zugänglichkeit sollte man bereits bei der Planung berücksichtigen.
Bei meiner Planung musste deshalb nicht nur die Heizung selbst untergebracht werden. Auch die Warmwasserleitungen, Warmluftverteilung, Dieselversorgung und Abgasführung mussten sinnvoll miteinander kombiniert werden.
Mein Tipp: Nicht erst anfangen zu bauen und anschließend überlegen, wo die Heizung hin soll. Gerade bei einer Kombi-Anlage würde ich die Position möglichst früh im Ausbau festlegen.
Was ich heute anders planen würde
Nach einigen Jahren im Camper merkt man bei vielen Komponenten, welche Details im Alltag wirklich wichtig sind.
Bei der JP Heater gehört für mich die Position der Dieselpumpe definitiv dazu. Wenn Du möglichst ruhig schlafen möchtest, würde ich der Pumpe und ihrer Entkopplung von Anfang an besondere Aufmerksamkeit schenken.
Auch die Erreichbarkeit der Anlage würde ich nicht unterschätzen. Eine Heizung ist zwar kein Bauteil, an dem man jeden Tag arbeitet, aber irgendwann muss vielleicht doch einmal eine Leitung kontrolliert oder eine Komponente gewartet werden.
Und noch ein Punkt: Plane ausreichend Platz für die Leitungsführung ein. Bei einem Selbstausbau denkt man schnell darüber nach, wie viel Platz das eigentliche Gerät benötigt. Die angeschlossenen Leitungen brauchen aber ebenfalls Raum.
Mein Fazit zur JP Heater Diesel Combi
Die JP Heater Diesel Combi ist für mich eine der Komponenten im Camper, deren Wert man spätestens dann erkennt, wenn es draußen kalt wird.
Die Kombination aus Dieselheizung und Warmwasserboiler passt sehr gut zu meinem Ausbau. Ich kann Wärme erzeugen, ohne meinen Gasvorrat dafür zu benötigen, und gleichzeitig warmes Wasser zur Verfügung stellen.
Besonders praktisch finde ich die Kombination mit meinem übrigen Energiesystem. Die Heizenergie kommt aus dem Diesel, während der elektrische Verbrauch der Anlage vergleichsweise überschaubar bleibt.
Ganz ohne Kritik bleibt das System für mich allerdings nicht. Die ursprüngliche Dieselpumpe war mir nachts schlicht zu laut. Der Austausch gegen die Silent-Version hat dieses Problem bei mir aber sehr gut gelöst.
Nach meinen bisherigen Erfahrungen würde ich die Anlage deshalb wieder in meinen Camper einbauen. Sie ist für mich weniger ein Luxusartikel als vielmehr ein Stück Alltagstauglichkeit. Gerade wenn man auch im Herbst oder Winter unterwegs sein möchte, möchte ich auf Heizung und Warmwasser inzwischen nicht mehr verzichten.
Meine Silent-Dieselpumpe
Wenn Du die JP Heater bereits besitzt und Dich das Ticken der Dieselpumpe ebenfalls stört, könnte die Silent-Version interessant sein. Ich habe sie direkt beim Hersteller bezogen und bei mir nachgerüstet.
JP Heater Silent Diesel Fuel Pump
Relevante Links
- JP Heater – Herstellerseite
- JP Heater 4000 W Diesel Combi mit 10-Liter-Wasserboiler
- JP Heater Silent Diesel Fuel Pump
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