Eine eigene Toilette im Camper gehört für mich inzwischen zu den Dingen, die ich auf Reisen nicht mehr missen möchte. Gerade wenn man nicht ausschließlich auf Campingplätzen unterwegs ist, merkt man schnell, wie praktisch es sein kann, nicht bei jedem Toilettengang auf eine öffentliche Toilette oder eine Entsorgungsstation angewiesen zu sein.
Vor mittlerweile mehr als zwei Jahren habe ich mich deshalb für die Trobolo WandaGo entschieden. Seitdem begleitet sie mich auf unseren Reisen im Camper und hat sich dabei ziemlich schnell zu einem festen Bestandteil unseres Ausbaus entwickelt.
Dabei war es für mich weniger die Frage nach einer möglichst luxuriösen Campingtoilette, sondern vielmehr nach einer Lösung, die einfach funktioniert, wenig Platz benötigt und im Alltag möglichst unkompliziert ist. Genau deshalb bin ich bei einer Trockentrenntoilette gelandet.
Wie funktioniert die Trobolo WandaGo?
Das Prinzip einer Trockentrenntoilette ist eigentlich erstaunlich einfach. Flüssigkeiten und Feststoffe werden bereits bei der Benutzung voneinander getrennt. Dadurch entsteht im Gegensatz zu einer klassischen Chemietoilette keine Mischung aus beidem, die anschließend irgendwo gelagert und entsorgt werden muss.
Die WandaGo benötigt dafür weder eine Wasserspülung noch Strom oder eine klassische Toilettenchemie. Im hinteren Bereich werden die Feststoffe in einem Behälter beziehungsweise Beutel gesammelt. Für die Flüssigkeit gibt es einen separaten Urinbehälter.
Bei der Nutzung sorgt der Trenneinsatz dafür, dass beide Bereiche voneinander getrennt bleiben. Für die Feststoffe verwende ich Einstreu beziehungsweise saugfähiges Material. Das bindet zusätzlich Feuchtigkeit und hilft dabei, die Geruchsentwicklung gering zu halten.
Genau dieses einfache Prinzip war für mich einer der Gründe, warum ich mich für die WandaGo entschieden habe. Es gibt keine Pumpe, keine Spülung und keine komplizierte Technik, die unterwegs irgendwann Probleme machen könnte.
Meine Erfahrungen nach mehr als zwei Jahren
Nach über zwei Jahren kann ich sagen: Die WandaGo ist für mich eines dieser Dinge, über die man nach einiger Zeit eigentlich gar nicht mehr nachdenkt.
Sie steht im Camper, ist bei Bedarf sofort einsatzbereit und funktioniert unabhängig davon, ob wir gerade auf einem Campingplatz stehen oder irgendwo unterwegs sind.
Besonders praktisch finde ich das bei Reisen, bei denen wir gerne etwas abseits stehen. Wenn man abends irgendwo in der Natur angekommen ist und nicht noch einmal losfahren möchte, ist eine eigene Toilette einfach angenehm. Dasselbe gilt natürlich auch mitten in der Nacht.
Auch bei längeren Aufenthalten hat sich das System für uns bewährt. Die getrennte Sammlung sorgt dafür, dass sich Gerüche deutlich besser kontrollieren lassen als bei einer Toilette, bei der alles zusammen in einem Behälter landet.
Ganz geruchlos ist natürlich auch eine Trockentrenntoilette nicht. Entscheidend ist aber, dass Flüssigkeit und Feststoffe möglichst konsequent getrennt bleiben und die Toilette regelmäßig geleert beziehungsweise gereinigt wird.
Was ich an der WandaGo besonders schätze
Für mich sind es vor allem drei Dinge, die die WandaGo im Camper so praktisch machen: Sie funktioniert ohne Wasser, sie benötigt keine Toilettenchemie und sie ist technisch sehr einfach aufgebaut.
Gerade der Verzicht auf Wasser ist unterwegs ein großer Vorteil. Es muss kein zusätzlicher Spülwassertank befüllt werden und es gibt auch kein Wasser, das bei Frost irgendwo im System stehen könnte. Das macht die Toilette für mich auch bei Reisen in der kalten Jahreszeit interessant.
Dazu kommt die Größe. Die WandaGo lässt sich vergleichsweise unkompliziert im Camper unterbringen und bei Bedarf auch transportieren. Gerade bei einem selbst ausgebauten Camper ist das nicht unwichtig, denn Platz ist schließlich immer ein Thema.
Trockentrenntoilette oder Chemietoilette?
Vor der Anschaffung habe ich mich natürlich auch mit den klassischen Chemietoiletten beschäftigt. Beide Systeme haben ihre Berechtigung, funktionieren aber im Alltag unterschiedlich.
Bei einer Chemietoilette werden Flüssigkeit und Feststoffe gemeinsam gesammelt und mit entsprechenden Zusätzen behandelt. Die Kassette muss anschließend an einer dafür vorgesehenen Stelle entleert werden.
Bei der WandaGo entfällt dieser Schritt. Die Flüssigkeit wird separat gesammelt und die Feststoffe bleiben ebenfalls getrennt. Dadurch ist die Entsorgung für mich im Alltag deutlich unkomplizierter.
Auch beim Thema Geruch macht die Trennung einen Unterschied. Bei einer Chemietoilette entsteht ein typischer Geruch aus der Mischung von Inhalt und Chemikalien, während bei der Trockentrenntoilette vor allem darauf geachtet werden muss, dass die Trennung funktioniert und der Feststoffbehälter ausreichend mit Einstreu versorgt wird.
Was für Dich besser passt, hängt letztlich davon ab, wie Du Deinen Camper nutzt. Für meine Art zu reisen und unseren Ausbau passt die Trockentrenntoilette sehr gut.
Wie sieht es mit der Entsorgung aus?
Das ist wahrscheinlich einer der Punkte, über die man sich vor dem Kauf einer Trockentrenntoilette am meisten Gedanken macht.
Die Flüssigkeit wird im separaten Behälter gesammelt. Der Behälter der WandaGo fasst rund 10 Liter. Bei der Entsorgung solltest Du unbedingt die örtlichen beziehungsweise jeweiligen Vorgaben beachten. Eine pauschale Aussage, wo und wie der Inhalt entsorgt werden darf, lässt sich deshalb nicht für jeden Ort treffen.
Die Feststoffe landen in einem separaten Beutel. Hier gilt ebenfalls: Die Entsorgung sollte entsprechend der örtlichen Vorschriften erfolgen. Für mich ist gerade die Tatsache angenehm, dass ich keine Chemiebrühe aus einer Kassette transportieren und an einer speziellen Entsorgungsstation ausleeren muss.
Reinigung und Pflege
Auch bei der Reinigung hält sich der Aufwand bei der WandaGo für meinen Geschmack in Grenzen.
Die Kunststoffflächen lassen sich mit einem feuchten Tuch oder Papier und einem geeigneten milden Reiniger sauber halten. Wichtig ist vor allem, die Toilette regelmäßig zu reinigen und nicht erst dann, wenn sich bereits Ablagerungen gebildet haben.
Beim Urinbehälter können sich mit der Zeit Ablagerungen bilden. Hier lohnt es sich, diesen regelmäßig gründlicher zu reinigen. Je nach Wasserqualität und Nutzung können sich insbesondere im Bereich des Urinablaufs Ablagerungen bilden.
Mein Tipp: Lieber regelmäßig ein paar Minuten investieren, als irgendwann eine größere Reinigungsaktion vor sich zu haben.
Das richtige Einstreu macht einen Unterschied
Bei einer Trockentrenntoilette spielt das verwendete Einstreu eine wichtige Rolle.
Ich verwende dafür feine Hobelspäne beziehungsweise geeignetes Kleintierstreu. Das Material nimmt Feuchtigkeit auf und hilft dabei, den Feststoffbereich trocken zu halten.
Ein kleines Gefäß mit Einstreu direkt neben der Toilette ist im Alltag sehr praktisch. So muss man nicht jedes Mal irgendwo im Camper danach suchen.
Hier lohnt es sich übrigens ein wenig auszuprobieren. Unterschiedliche Einstreuarten verhalten sich hinsichtlich Saugfähigkeit, Geruch und Verbrauch etwas unterschiedlich.
Besonders praktisch im Winter
Ein Vorteil, den ich bei Reisen mit dem Camper tatsächlich sehr schätze, ist der fehlende Wasserbedarf.
Bei einer klassischen Toilette mit Spülung muss man sich bei längeren Aufenthalten im Winter Gedanken über Frost machen. Bei einer Trockentrenntoilette gibt es kein Spülwasser, das irgendwo im System gefrieren könnte.
Natürlich müssen auch die Behälter und die allgemeine Umgebungstemperatur berücksichtigt werden. Aber gerade das einfache System macht die WandaGo für mich zu einer interessanten Lösung, wenn man auch in der kälteren Jahreszeit unterwegs ist.
Was ich vor dem Kauf bedenken würde
So praktisch eine Trockentrenntoilette ist, ein paar Dinge sollte man sich vor dem Kauf trotzdem überlegen.
Zum einen braucht auch die WandaGo ihren Platz. Zum anderen muss man sich an die etwas andere Nutzung gewöhnen. Die Trennung funktioniert nur dann sinnvoll, wenn die Toilette entsprechend genutzt wird.
Auch das Thema Entsorgung sollte man vorher für sich klären. Wer ausschließlich auf Campingplätzen unterwegs ist und dort eine vorhandene Sanitäranlage nutzt, benötigt vielleicht gar keine eigene Toilette.
Für jemanden wie mich, der mit dem Camper gerne unabhängiger unterwegs ist und auch einmal abseits klassischer Campingplätze steht, sieht die Rechnung dagegen anders aus.
Mein Fazit nach über zwei Jahren
Die Trobolo WandaGo ist für mich kein Produkt, das ich nach dem Kauf großartig bewerten musste. Sie hat sich einfach im Alltag bewährt.
Gerade auf Reisen, bei denen wir gerne etwas ruhiger und unabhängiger stehen, möchte ich eine eigene Toilette inzwischen nicht mehr missen. Kein nächtlicher Gang über einen Campingplatz, keine Suche nach einer geöffneten öffentlichen Toilette und keine Abhängigkeit davon, ob gerade irgendwo eine Sanitäranlage vorhanden ist.
Natürlich ist eine Trockentrenntoilette nicht für jeden die richtige Lösung. Man muss sich an das System gewöhnen und auch die Entsorgung gehört zum mobilen Leben dazu. Für meinen Camper und unsere Art zu reisen überwiegen die Vorteile aber ganz klar.
Nach mehr als zwei Jahren würde ich die WandaGo deshalb wieder kaufen. Nicht, weil sie irgendein spektakuläres Technik-Gadget wäre, sondern gerade weil sie so unkompliziert funktioniert.
Und genau das ist für mich unterwegs oft das Wichtigste.
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