Wenn man sich heute die technischen Daten moderner Smartphones anschaut, könnte man fast meinen, dass klassische Kameras längst überflüssig geworden sind. 200 Megapixel, künstliche Intelligenz, automatische Bildoptimierung und zahlreiche Aufnahmemodi versprechen beeindruckende Ergebnisse, ohne dass man sich großartig mit den Grundlagen der Fotografie beschäftigen muss. Mein Redmi Note 15 Pro 5G ist beispielsweise mit einer 200-Megapixel-Hauptkamera ausgestattet, während meine Fujifilm X-E4 gerade einmal 26,1 Megapixel bietet. Rein anhand dieser Zahlen könnte man zunächst vermuten, dass das Smartphone die deutlich bessere Wahl sein müsste. Allerdings lässt sich die Qualität einer Kamera nicht einfach an der Anzahl ihrer Bildpunkte messen. Neben der Sensorgröße und den verwendeten Objektiven spielen auch die Bildverarbeitung, die Bedienung und nicht zuletzt die eigenen fotografischen Ansprüche eine entscheidende Rolle.
Ich fotografiere schon seit vielen Jahren leidenschaftlich gerne. Besonders auf meinen Reisen mit dem Van, aber auch bei Porträts, Konzerten und anderen Veranstaltungen. Dabei geht es mir nicht darum, möglichst viele Bilder zu produzieren oder jedes Motiv technisch perfekt abzubilden. Vielmehr möchte ich besondere Momente festhalten, Stimmungen einfangen und mit Licht, Perspektiven sowie Schärfe und Unschärfe spielen. Die Kamera ist für mich deshalb nicht einfach ein Gerät, mit dem ich Erinnerungsfotos mache, sondern ein Werkzeug, mit dem ich meine persönliche Sicht auf einen Moment ausdrücken kann. Natürlich nutze ich dafür auch mein Smartphone, schließlich habe ich es ohnehin fast immer dabei. Wenn ich allerdings ganz bewusst fotografieren möchte, greife ich nach wie vor deutlich lieber zu meiner Fujifilm X-E4. Warum das so ist und welche Vorteile beide Geräte auf Reisen bieten, möchte ich in diesem Beitrag etwas genauer erklären.
200 Megapixel gegen 26 Megapixel – warum die Sensorgröße so wichtig ist
Beginnen wir mit einem der häufigsten Missverständnisse in der digitalen Fotografie: Mehr Megapixel bedeuten nicht automatisch eine bessere Bildqualität. Ein Megapixel entspricht einer Million Bildpunkten, aus denen sich ein digitales Foto zusammensetzt. Eine höhere Auflösung kann durchaus Vorteile haben, beispielsweise wenn man Bilder stark zuschneiden oder besonders groß ausdrucken möchte. Allerdings müssen diese Bildpunkte auf einem Kamerasensor untergebracht werden, und genau hier liegt einer der wesentlichen Unterschiede zwischen meinem Smartphone und meiner Fujifilm. Die X-E4 besitzt einen APS-C-Sensor mit Abmessungen von 23,5 × 15,6 Millimetern. Daraus ergibt sich eine lichtempfindliche Fläche von rund 367 Quadratmillimetern, auf der sich 26,1 Millionen Bildpunkte verteilen. Das Redmi Note 15 Pro 5G verwendet dagegen einen deutlich kleineren Sensor im sogenannten 1/1,4-Zoll-Format. Dessen Fläche beträgt näherungsweise 63 Quadratmillimeter, obwohl darauf rund 200 Millionen Bildpunkte untergebracht sind. Der Sensor meiner Fujifilm ist damit ungefähr sechsmal so groß wie der Hauptkamerasensor meines Smartphones. Die Bezeichnung 1/1,4 Zoll ist übrigens eine historische Formatangabe und entspricht nicht der tatsächlichen Sensordiagonale.
Was bedeutet dieser Größenunterschied nun für die Praxis? Vereinfacht kann man sich einen Kamerasensor wie eine Fläche vorstellen, auf der zahlreiche kleine Behälter stehen, die Licht sammeln. Werden auf einer großen Fläche vergleichsweise wenige Bildpunkte untergebracht, kann jeder einzelne mehr Platz einnehmen. Bei einem kleinen Sensor mit sehr hoher Auflösung müssen sich dagegen wesentlich mehr Bildpunkte eine deutlich kleinere Fläche teilen. Bei meiner Fujifilm beträgt der rechnerische Pixelabstand etwa 3,76 Mikrometer, während er beim Redmi im 200-Megapixel-Modus lediglich 0,56 Mikrometer beträgt. Größere Bildpunkte können bei vergleichbarer Sensortechnik grundsätzlich mehr Licht beziehungsweise Photonen aufnehmen, bevor ihre Kapazität erreicht ist. Das kann sich positiv auf das Bildrauschen und den Dynamikumfang auswirken, insbesondere bei schwierigen Lichtverhältnissen. Allerdings entscheidet nicht allein die Pixelgröße über das fertige Ergebnis. Moderne Sensorarchitekturen, lichtstarke Objektive und die elektronische Bildverarbeitung können erhebliche Unterschiede bewirken. Trotzdem bietet die wesentlich größere Sensorfläche meiner Fujifilm gute physikalische Voraussetzungen, um auch bei wenig Licht hochwertige Bilder aufzunehmen.
Smartphone-Hersteller versuchen, die Nachteile kleiner Bildpunkte mit immer ausgefeilteren Verfahren auszugleichen. Mein Redmi verwendet beispielsweise das sogenannte Pixel-Binning, bei dem die Informationen von jeweils 16 benachbarten Bildpunkten zusammengefasst werden. Dadurch entstehen im entsprechenden Aufnahmemodus Bilder mit ungefähr 12,5 Megapixeln, statt die gesamte Auflösung von 200 Megapixeln zu nutzen. Xiaomi gibt dafür eine effektive Pixelgröße von 2,24 Mikrometern an. Die einzelnen Bildpunkte werden dadurch natürlich nicht physisch größer, allerdings können ihre Informationen gemeinsam ausgewertet werden, wodurch sich unter bestimmten Bedingungen das Bildrauschen reduzieren lässt. Zusätzlich kommen Verfahren wie HDR, Mehrfachbelichtungen und intelligente Bildoptimierungen zum Einsatz. Gerade bei gutem Tageslicht können moderne Smartphones deshalb erstaunlich detailreiche und ausgewogene Bilder liefern. Schwieriger wird es häufig bei wenig Licht, bewegten Motiven oder starken Ausschnittsvergrößerungen. Für mich zeigt dieser Vergleich vor allem, dass eine hohe Megapixelzahl nur einen Teil der technischen Möglichkeiten beschreibt. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel aus Sensorgröße, Auflösung, Objektiv, Licht und Bildverarbeitung.
Warum mir das Fotografieren mit meiner Fujifilm einfach mehr Freude macht
Neben den technischen Unterschieden gibt es für mich allerdings noch einen anderen, mindestens genauso wichtigen Grund, warum ich meine Fujifilm X-E4 so gerne nutze: die Kamera selbst. Ich mag ihren klassischen Look, der mich an die analoge Fotografie erinnert. Das schlichte Design, die Ober- und Unterseite aus einer Magnesiumlegierung und die mechanischen Einstellräder vermitteln mir ein vollkommen anderes Gefühl als ein Smartphone mit seinem Touchscreen. Dabei ist die X-E4 keineswegs eine besonders große oder schwere Kamera. Mit rund 364 Gramm inklusive Akku und Speicherkarte ist sie angenehm kompakt und lässt sich problemlos auf Reisen mitnehmen. Trotzdem fühlt sie sich für mich wie ein richtiges fotografisches Werkzeug an. Besonders gefallen mir die klassischen Einstellräder für die Verschlusszeit und die Belichtungskorrektur. An meinen Fujinon-Objektiven kann ich zudem die Blende über einen eigenen Ring einstellen. Ich muss mich also nicht erst durch verschiedene Menüs bewegen oder auf einem Bildschirm virtuelle Regler verschieben, sondern kann die wichtigsten Einstellungen direkt an der Kamera vornehmen.
Auch die Haptik spielt für mich eine große Rolle. Das Gefühl, ein Einstellrad zu drehen, die Kamera ans Auge zu nehmen und bewusst den Auslöser zu betätigen, gehört für mich einfach zum Fotografieren dazu. Natürlich lässt sich auch mit einem Smartphone kreativ und anspruchsvoll arbeiten, allerdings empfinde ich den gesamten Vorgang mit meiner Fujifilm als wesentlich angenehmer. Ich beschäftige mich intensiver mit einem Motiv, achte stärker auf die Perspektive und überlege mir bereits vor der Aufnahme, welche Bildwirkung ich erzielen möchte. Und dann wäre da natürlich noch ihr Design. Ich finde die X-E4 schlichtweg schön. Die klaren Linien, das kompakte Metallgehäuse und der zurückhaltende Retro-Look sprechen mich einfach an. Vielleicht mag das auf den ersten Blick nebensächlich erscheinen, aber ich bin überzeugt, dass auch die Freude am eigenen Equipment einen Einfluss darauf hat, wie gerne und wie intensiv man fotografiert. Eine Kamera, die man gerne in die Hand nimmt, begleitet einen schließlich auch häufiger auf seinen Touren.
Ein weiterer Grund für meine Begeisterung sind die Farben, die Fujifilm direkt aus der Kamera liefert. Ich mag diesen besonderen Bildlook und bin häufig bereits mit den JPEG-Aufnahmen so zufrieden, dass ich überhaupt keine Nachbearbeitung mehr benötige. Einen großen Anteil daran haben die bekannten Fujifilm-Filmsimulationen, die sich an der Charakteristik klassischer Fotofilme orientieren. Die X-E4 bietet insgesamt 18 Filmsimulationsvarianten, darunter beispielsweise Classic Chrome mit seiner eher zurückhaltenden Farbwiedergabe, Velvia für kräftigere Farben oder ACROS für ausdrucksstarke Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Zusätzlich lassen sich verschiedene Bildparameter wie Weißabgleich, Tonwerte und Schärfe anpassen, sodass ich meine bevorzugte Bildwirkung bereits vor der Aufnahme festlegen kann. Natürlich fotografiere ich bei Bedarf auch im RAW-Format, um mir möglichst viele Möglichkeiten für eine spätere Bearbeitung offenzuhalten. Aber gerade nach einem Roadtrip, wenn viele Eindrücke und Fotos zusammengekommen sind, finde ich es ausgesprochen angenehm, nicht jedes einzelne Bild erst durch Lightroom oder eine andere Bildbearbeitungssoftware schicken zu müssen. Moderne Smartphones bearbeiten ihre Aufnahmen ebenfalls automatisch und liefern oft beeindruckende Ergebnisse. Allerdings entsprechen die Entscheidungen der Bildverarbeitung nicht immer meinem persönlichen Geschmack. Bei meiner Fujifilm habe ich das Gefühl, die Bildwirkung stärker selbst bestimmen zu können, und genau das ist mir wichtiger als eine möglichst hohe Megapixelzahl.
Unterschiedliche Objektive eröffnen ganz andere Möglichkeiten
Ein weiterer großer Vorteil meiner Fujifilm ist für mich die Möglichkeit, unterschiedliche Objektive zu verwenden. Für meine X-E4 nutze ich unter anderem das Fujinon XF 23 mm F2 WR, das Fujinon XF 50 mm F2 WR und ein älteres Volna-3 80 mm F2.8. Damit stehen mir drei recht unterschiedliche Brennweiten zur Verfügung, die jeweils ihre eigenen Stärken besitzen. Das XF 23 mm entspricht vom Bildwinkel ungefähr einem 35-mm-Objektiv an einer Vollformatkamera und ist für mich eine wunderbare Brennweite für die Reisefotografie. Landschaften, Straßenszenen oder alltägliche Situationen lassen sich damit sehr natürlich festhalten, ohne dass die Umgebung eines Motivs vollständig aus dem Bild verschwindet. Mit dem XF 50 mm ergeben sich dagegen andere gestalterische Möglichkeiten. Die längere Brennweite und die relativ große Blendenöffnung machen es besonders interessant für Porträts. Menschen lassen sich gezielt vom Hintergrund freistellen, während die Umgebung in einer angenehmen Unschärfe verschwindet. Gerade dieses bewusste Spiel mit Schärfe und Unschärfe gehört zu den Dingen, die ich an der Fotografie besonders schätze.
Mein Volna-3 80 mm F2.8 bringt dagegen noch einmal einen ganz eigenen Charakter mit. Ältere Objektive sind nicht immer so perfekt korrigiert wie moderne Konstruktionen, aber genau diese Eigenheiten können fotografisch ausgesprochen reizvoll sein. Unterschiedliche Kontraste, eine charakteristische Hintergrundunschärfe oder das manuelle Fokussieren sorgen für ein anderes fotografisches Erlebnis. Natürlich lässt sich auch mit einem modernen Smartphone zwischen verschiedenen Bildwinkeln wechseln. Allerdings ist man weitgehend auf die fest verbauten Kameramodule und digitale Ausschnittsvergrößerungen angewiesen. Hinzu kommt, dass Smartphones für Porträtaufnahmen häufig eine künstliche Hintergrundunschärfe berechnen, während ich diese mit meiner Fujifilm durch die Wahl des Objektivs, der Blende und der Aufnahmeabstände optisch beeinflussen kann. Das bedeutet keineswegs, dass die Ergebnisse eines Smartphones grundsätzlich schlechter aussehen müssen. Für mich persönlich ist es jedoch ein großer Unterschied, ob ich die Bildwirkung selbst gestalte oder ob ein Algorithmus versucht, sie nachträglich zu erzeugen.
Nicht nur Fotografieren – meine Fujifilm kommt auch beim Filmen zum Einsatz
Auch wenn mein Schwerpunkt eindeutig auf der Fotografie liegt, nutze ich meine Fujifilm X-E4 gelegentlich für Videoaufnahmen. Gerade unterwegs finde ich es interessant, besondere Landschaften, Bewegungen oder Eindrücke meiner Reisen nicht ausschließlich in einzelnen Fotos, sondern auch in kurzen Filmsequenzen festzuhalten. Die X-E4 bietet dafür durchaus interessante technische Möglichkeiten und kann beispielsweise Videos in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Für besonders ruhige Aufnahmen nutze ich meinen DJI Ronin-SC, einen Gimbal, der die Kamera über drei Achsen stabilisiert und dadurch einen Teil der Bewegungen beim Filmen ausgleicht. Gerade bei Kamerafahrten, beispielsweise wenn ich langsam an einem Motiv vorbeigehe oder mich während der Aufnahme bewege, eröffnet mir das interessante Möglichkeiten. Natürlich bedeutet das gegenüber dem Filmen mit einem Smartphone einen gewissen Mehraufwand. Die Kamera muss am Gimbal befestigt und sorgfältig ausbalanciert werden, wobei auch Gewicht und Schwerpunkt des verwendeten Objektivs eine Rolle spielen. Dafür kann ich Bildausschnitt, Kamerabewegung und Schärfentiefe gezielter beeinflussen und mich bewusster mit der Gestaltung einer Videosequenz beschäftigen.
Ganz neu zu meiner Ausrüstung hinzugekommen ist außerdem das SmallRig S70 Funkmikrofon. Gerade beim Filmen wird die Bedeutung einer guten Tonqualität häufig unterschätzt. Ein noch so schönes Video verliert schließlich schnell an Wirkung, wenn Sprache schlecht verständlich ist oder störende Hintergrundgeräusche die Aufnahme überlagern. Das S70 ist ein besonders kompaktes, drahtloses Mikrofonsystem, das ich sowohl mit meiner Fujifilm als auch mit meinem Redmi Note 15 Pro 5G verwenden kann. Für die Kamera nutze ich den entsprechenden Empfänger mit Audiokabel, während am Smartphone ein passender USB-C-Empfänger zum Einsatz kommt. Besonders praktisch finde ich dabei, dass ich nicht zwei unterschiedliche Mikrofonsysteme benötige, sondern flexibel zwischen beiden Aufnahmegeräten wechseln kann. Für gesprochene Beiträge, kurze Reiseberichte oder Videos, in denen ich etwas erkläre, ist das eine interessante Ergänzung. Da das Mikrofon erst seit Kurzem zu meiner Ausrüstung gehört, sammle ich damit noch praktische Erfahrungen, insbesondere beim Filmen im Freien, wo Windgeräusche und andere Umgebungsgeräusche schnell zum Problem werden können.
Das bedeutet allerdings nicht, dass ich für jede Videoaufnahme meine Fujifilm auf dem Gimbal montiere. Gerade wenn es schnell gehen soll, hat mein Redmi klare Vorteile. Es ist innerhalb weniger Sekunden einsatzbereit, ermöglicht ebenfalls Videoaufnahmen in 4K-Auflösung mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde und bietet eine optische Bildstabilisierung der Hauptkamera. Für spontane Eindrücke eines Roadtrips, kurze Instagram-Storys oder unkomplizierte Aufnahmen zwischendurch ist das ausgesprochen praktisch. Ich kann direkt auf dem Smartphone schneiden, kleinere Anpassungen vornehmen und das fertige Video anschließend veröffentlichen. Wenn ich mir dagegen bewusst Zeit für eine Aufnahme nehmen und beispielsweise eine ruhige Kamerafahrt gestalten möchte, bietet mir die Kombination aus Fujifilm und Ronin-SC zusätzliche kreative Möglichkeiten. Durch das SmallRig S70 kann ich bei beiden Geräten bei Bedarf auch die Tonaufnahme verbessern. Letztlich ergänzen sich Smartphone und Kamera beim Filmen deshalb für mich ausgesprochen gut, anstatt miteinander konkurrieren zu müssen.
Kamera oder Smartphone – was eignet sich besser für meine Reisen?
Bei aller Begeisterung für meine Fujifilm wäre es natürlich falsch, das Smartphone grundsätzlich als die schlechtere Kamera darzustellen. Gerade auf Reisen hat es einige Vorteile, die sich kaum bestreiten lassen. Es ist leicht, ständig verfügbar und erfordert keinerlei zusätzliches Gepäck. Wenn ich spontan einen besonderen Moment festhalten möchte, muss ich nicht erst die Kamera aus der Tasche holen oder überlegen, welches Objektiv gerade am besten geeignet wäre. Ich kann einfach fotografieren, das Ergebnis direkt anschauen und bei Bedarf sofort mit anderen teilen. Auch die automatische Bildverarbeitung kann ausgesprochen hilfreich sein, beispielsweise wenn bei starkem Gegenlicht unterschiedliche Helligkeitsbereiche ausgeglichen werden sollen. Für viele Menschen, die auf Reisen hauptsächlich Erinnerungen festhalten und ihre Bilder anschließend auf dem Smartphone betrachten oder in sozialen Netzwerken veröffentlichen möchten, reicht die Qualität eines modernen Smartphones deshalb vollkommen aus.
Wer sich dagegen intensiver mit der Fotografie beschäftigt und Freude daran hat, Bilder bewusst zu gestalten, wird die Möglichkeiten einer Systemkamera möglicherweise schnell zu schätzen lernen. Die größere Sensorfläche, der Wechsel zwischen unterschiedlichen Objektiven und die direkte Kontrolle über die Einstellungen eröffnen fotografische Freiheiten, die sich mit einem Smartphone nicht immer im gleichen Umfang umsetzen lassen. Das bedeutet allerdings auch, dass man bereit sein muss, zusätzliches Equipment mitzunehmen und sich etwas mehr Zeit für die Aufnahme zu nehmen. Für mich gehört genau das zum Fotografieren dazu. Gerade wenn ich auf einer Reise an einem besonderen Ort stehe, eine interessante Lichtstimmung entdecke oder ein Porträt aufnehmen möchte, genieße ich es, meine Fujifilm in die Hand zu nehmen und mich ganz auf das Motiv zu konzentrieren. Wenn ich dagegen einfach nur einen spontanen Moment festhalten oder schnell eine Story veröffentlichen möchte, greife ich selbstverständlich auch zum Smartphone.
Mein Fazit – die beste Kamera ist nicht unbedingt die mit den meisten Megapixeln
Wenn ich mein Redmi Note 15 Pro 5G und meine Fujifilm X-E4 miteinander vergleiche, gibt es für mich keinen eindeutigen Gewinner für jede Situation. Das Smartphone bietet beeindruckende Technik auf kleinstem Raum und ist für spontane Fotos, kurze Videos und Social-Media-Inhalte ein ausgesprochen praktischer Begleiter. Trotzdem würde ich meine Fujifilm nicht gegen ein Smartphone eintauschen wollen. Der deutlich größere Sensor, die unterschiedlichen Objektive und die Möglichkeiten zur bewussten Bildgestaltung sind sicherlich wichtige Argumente. Noch entscheidender sind für mich allerdings die Farben, die Haptik und das gesamte Gefühl beim Fotografieren. Ich mag das kompakte Metallgehäuse, die mechanischen Einstellräder und den klassischen Look meiner X-E4. Ich genieße es, Einstellungen bewusst vorzunehmen, mit unterschiedlichen Objektiven zu arbeiten und Bilder zu gestalten, die meinem persönlichen Geschmack entsprechen. Dass mir die Ergebnisse durch die Fujifilm-Filmsimulationen häufig bereits direkt aus der Kamera so gut gefallen, dass ich sie überhaupt nicht nachbearbeiten muss, ist für mich ein zusätzlicher Pluspunkt.
Auch beim Filmen hat meine Fujifilm inzwischen einen festen Platz in meiner Ausrüstung. In Kombination mit dem DJI Ronin-SC kann ich gezielt ruhigere Kamerabewegungen gestalten, während mir das SmallRig S70 sowohl an der Kamera als auch am Smartphone eine flexible Lösung für die Tonaufnahme bietet. Trotzdem bleibt das Redmi gerade dann praktisch, wenn ich unkompliziert und ohne zusätzlichen Aufbau filmen möchte. Letztlich geht es für mich deshalb weniger um die Frage, welches Gerät technisch überlegen ist, sondern vielmehr darum, wie ich fotografieren und filmen möchte. Eine gute Kamera sollte mich bei meinen kreativen Vorstellungen unterstützen und mir Freude bereiten. Genau das schafft meine Fujifilm X-E4 auf eine Art und Weise, die mir persönlich ein Smartphone nicht bieten kann. Und vielleicht ist das auch die wichtigste Erkenntnis aus diesem Vergleich: Ein gutes Foto entsteht nicht allein durch möglichst viele Megapixel, sondern durch den Menschen hinter der Kamera, seinen Blick für ein Motiv und die Freude daran, besondere Momente festzuhalten.
Relevante Links
Hier findest du weiterführende Informationen zu den Geräten und dem Zubehör, das ich für meine Foto- und Videoaufnahmen verwende.
- Fujifilm X-E4 – Produktinformationen und technische Daten
- Fujinon XF 23 mm F2 WR – Herstellerinformationen
- Fujinon XF 50 mm F2 WR – Herstellerinformationen
- Redmi Note 15 Pro 5G – Produktinformationen
- DJI Ronin-SC – Produktinformationen
- SmallRig S70 – Drahtloses Mikrofon (Affiliate-Link)
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