Nie wieder eine leere Starterbatterie:

So schützt du deine Starterbatterie mit einem Wechselrelais

Für viele Wohnmobilfahrer bedeutet das Nachrüsten eines modernen Radiosystems einen Zugewinn an Komfort. Allerdings entsteht dabei oft ein Zielkonflikt: Einerseits soll das System jederzeit einsatzbereit sein, andererseits darf die Starterbatterie nicht leiden. Mit meiner Einbau-Lösung im Fiat Ducato Serie 8 beides möglich.

Das Problem: Wenn die Freiheit zur Last wird

Das Dynavin D9 ist ein leistungsstarkes Android-System mit einem 10,1-Zoll-Touchscreen, drahtlosem Apple CarPlay und Android Auto sowie integriertem DAB+-Tuner. Im Camping-Alltag ist es ideal: man möchte am Stellplatz Musik hören, Podcasts streamen oder auf dem großen Display ein Film schauen. Genau hier liegt das Problem. Alle diese Funktionen verbrauchen Strom. Wird das Radio direkt an die Starterbatterie angeschlossen, droht nach einigen Stunden oder Tagen eine tiefentladene Batterie – und damit der Start des Fahrzeugs unmöglich wird.

Moderne Radiosysteme wie das Dynavin D9 sind darauf ausgelegt, einen gewissen Standby-Strom zu ziehen, um schnell booten zu können. Dieser Ruhestrom von oft 0,8 bis 0,9 Ampere entlädt auf Dauer selbst eine gesunde Batterie.

Die Lösung: Ein Wechselrelais mit klarer Aufgabenteilung

Die elegante Lösung für dieses Problem ist der Einbau eines 5-poligen Wechselrelais (auch Umschaltrelais genannt). Dieses Bauteil übernimmt die intelligente Verwaltung der Stromquelle für das Radio. Das Prinzip ist einfach:

  • Zündung AUS: Das Radio wird über die Versorgerbatterie (Wohnbatterie) mit Strom versorgt. Hier kann das System bedenkenlos über lange Zeit genutzt werden, ohne die Fahrtüchtigkeit zu gefährden.
  • Zündung EIN: Sobald die Zündung aktiviert wird und die Lichtmaschine lädt, schaltet das Relais automatisch um. Das Radio bezieht seinen Strom nun von der Starterbatterie.

Dieses Setup sorgt für maximale Betriebssicherheit und schont die lebenswichtige Starterbatterie während längerer Standzeiten.

Für Bastler: Die praktische Umsetzung im Ducato Serie 8

Für den Einbau in meinen Fiat Ducato Serie 8 (Baujahr 2021) war die Kompatibilität des Radios durch den Adapter DVN-APTDC8 gewährleistet. Das Kernstück der Elektrik ist das Wechselrelais mit folgender Verdrahtung:

  • Pin 30 (Ausgang): Geht zur Dauerplus-Leitung des Radios. Bei modernen Geräten wie dem Dynavin D9 sind das oft zwei gelbe Kabel, die zusammen an diesen Pin angeschlossen werden müssen (für Memory und Hauptversorgung).
  • Pin 87a (Ruhekontakt): Wird über eine Sicherung (empfohlen: 15A) mit der Plus-Klemme der Versorgerbatterie verbunden.
  • Pin 87 (Arbeitskontakt): Wird über eine separate Sicherung (ebenfalls 15A) mit der Starterbatterie oder einem entsprechenden Dauerplus-Punkt im Fahrzeug verbunden.
  • Pin 86 (Steuerung Plus): Braucht ein Zündungsplus-Signal. Ich griff hierfür auf eine nicht mehr genutzte USB-Steckdose zurück – eine saubere Lösung, die nicht viel zusätzliches Kabel erfordert.
  • Pin 85 (Steuerung Masse): Wird mit einer soliden Masseverbindung im Fahrzeug verbunden.

Eine wichtige Anmerkung: Die rote ACC-Leitung des Radios (Zündungsplus zum Ein-/Ausschalten) bleibt von dieser Schaltung unberührt und wird wie gehabt mit dem originalen Zündungsplus im Fahrzeug verbunden.

Professionelle Verbindungstechnik

Für eine zuverlässige und vibrationssichere Installation setzte ich auf WAGO 221-Serie Federkraftklemmen. Diese sind ideal für den Einsatz im Fahrzeug, da sie verschiedene Leitungsquerschnitte sicher verbinden und sich nicht lösen. Bei meinem Aufbau kamen ein 4 mm²-Kabel für die lange Strecke von der Versorgerbatterie und 2,5 mm²-Kabel für die kürzeren Wege zum Relais und zum Radio zum Einsatz. Der Übergang der Querschnitte erfolgt sicher über eine WAGO-Klemme.

Ergebnis und Fazit: Unabhängigkeit ohne Kompromisse

Seit dem Einbau funktioniert das System einwandfrei. Das Dynavin D9 bootet innerhalb weniger Sekunden und steht für alle Funktionen zur Verfügung. Der entscheidende Unterschied zeigt sich bei längeren Aufenthalten: Während das System früher die Starterbatterie belastete, zieht es nun Strom von der Wohnbatterie. Dies gibt mir die Freiheit, das Radio am Stellplatz nach Belieben zu nutzen, ohne mir Gedanken über einen möglichen liegengebliebenen Ducato machen zu müssen.

Diese Lösung kombiniert den Komfort eines modernen Infotainment-Systems mit der praktischen Vernunft der Zweibatterie-Anlage eines Wohnmobils. Sie ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie mit einem verhältnismäßig kleinen elektrotechnischen Eingriff ein großer Mehrwert an Unabhängigkeit und Sicherheit geschaffen werden kann.

Haftungsausschluss / Disclaimer

Diese Anleitung beschreibt meine persönliche Erfahrung mit dem Einbau eines Wechselrelais zur Stromversorgung eines Dynavin D9 Radios in meinem Fahrzeug (Fiat Ducato Serie 8, BJ 2021). Sie dient ausschließlich zu Informationszwecken.

Keine Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit:
Ich übernehme keine Garantie oder Gewährleistung für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen, Schaltpläne und Anleitungen. Technische Spezifikationen können sich ändern.

Hinweis zur Eigenverantwortung:
Der Nachbau der hier beschriebenen Modifikation erfolgt auf eigene Gefahr und eigenes Risiko. Elektrische Arbeiten am Fahrzeug sollten nur von Personen mit den entsprechenden Fachkenntnissen durchgeführt werden. Fehlerhafte Installationen können zu Sachschäden (z.B. an der Fahrzeugelektronik, den Batterien oder dem Radio), im schlimmsten Fall zu Personenschäden oder Brand führen.

Empfehlung zur Fachinstallation:
Falls Sie sich die notwendigen Kenntnisse nicht zutrauen, wird dringend empfohlen, die Installation von einer Fachwerkstatt oder einem zertifizierten Elektriker durchführen zu lassen.

Keine Haftung:
Für Schäden, die direkt oder indirekt aus der Anwendung der hier gemachten Angaben entstehen, übernehme ich keine Haftung. Dieser Haftungsausschluss gilt gleichermaßen für Besucher meiner Website und Dritte.

Diese Anleitung stellt keine Beratung im rechtlichen, technischen oder sicherheitsrelevanten Sinne dar. Sie ersetzt nicht die Konsultation eines Fachmanns.

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